Die Berücksichtigung der Orientierung eines Grundstücks bei der Berechnung des Bodenrichtwerts
Die von den Gutachterausschüssen festgelegten Bodenrichtwerte sind lediglich Richtwerte, an denen man sich orientieren kann. Der letzendliche Bodenwert ist sachverständig zu ermitteln. Das bedeutet das einfach multiplizieren des jeweiligen Bodenrichtwerts mit der Quadratmeterzahl des zu bewertenden Grundstücks oft zu einem falsche Ergebnis führt. Dies führt in der Praxis zu Preisunterschieden bis zu mehreren Zehntausend Euro.
Die Berücksichtigung der Orientierung des Gebäudes bei der Berechnung des Bodenrichtwerts ist ein wichtiger Aspekt, da die Ausrichtung eines Grundstücks und darauf befindlicher Gebäude einen erheblichen Einfluss auf den Wert des Bodens haben kann.
Folgende Punkte erklären die Bedeutung der Gebäudorientierung im Zusammenhang mit dem Bodenrichtwert:
1. Sonneneinstrahlung und Lichtverhältnisse
Gebäude, die günstig ausgerichtet sind (z.B. nach Süden), erhalten mehr Sonnenlicht, was zu besseren Lichtverhältnissen in den Innenräumen führt. Dies erhöht den Wohnwert und damit indirekt den Bodenwert.
2. Energieeffizienz
Durch eine optimale Ausrichtung lassen sich Heizkosten senken, da passive Sonnennutzung möglich ist. Das steigert die Attraktivität und den Wert des Grundstücks.
3. Nutzungsqualität
Eine gute Orientierung ermöglicht zum Beispiel attraktive Außenbereiche wie Terrassen oder Gärten mit ausreichend Sonne, was von Käufern und Investoren hoch geschätzt wird.
4. Lärmbelastung und Windrichtung
Die Gebäudeausrichtung kann helfen, Lärmquellen abzuschirmen oder natürliche Windrichtungen zu nutzen, was die Wohnqualität verbessert.
5. Marktnachfrage
Grundstücke mit günstig orientierten Gebäuden sind oft stärker nachgefragt und erzielen daher höhere Bodenpreise.
Folgende Faktoren werden bei der Ausrichtung eines Grundstücks (reine Wohnnutzung) berechnet:
Südöstliche und nordwestliche Orientierung: 1,0
Südliche oder südwestliche Orientierung: 1,05
Nördliche oder nordöstliche Orientierung: 0,95
In der Praxis fließt die Orientierung nicht immer direkt als einzelner Bewertungsfaktor in die Bodenrichtwertberechnung ein, sondern wirkt sich häufig über die Qualität der Bebauung und Nutzbarkeit aus. Gut orientierte Grundstücke können beispielsweise in den Vergleichswerten höher bewertet werden, was sich auf den ermittelten Bodenrichtwert auswirkt.
Der vom Gutachterausschuss ermittelte Bodenrichtwert gilt nur für vollständig erschlossene Grundstücke, bei denen die Gebühren für Kanal, Straßen und Bürgersteige schon beglichen wurden. Nict vollständig erschlossene Grundstücke sind mit einem Abschlag zu bewerten.
Quelle: Grundstücksmarktbericht Gutachterausschuss Rhein-Erft-Kreis
Berücksichtigung der Flächenanpassung bei der der Berechnung des Bodenrichtwerts
Grundsätzlich gilt: Je größer ein Grundstück ist, desto niedriger ist meist der Quadratmeterpreis. Dieses Phänomen entsteht durch die Deckelungswirkung der Bodennutzung und die Tatsache, dass größere Grundstücke oft nicht linear mehr wert sind als kleine. Aus diesem Grund muss ein Bodenrichtwert nicht einfach als Durchschnitt aus allen Kaufpreisen je Quadratmeter berechnet werden, sondern es ist eine Anpassung notwendig, um Unterschiede in der Grundstücksgröße zu berücksichtigen. Ohne diese Flächenanpassung würde der Bodenrichtwert verzerrt werden.
Weitere Anpassungen des Bodenrichtwerts
Stichtag der Bodenwertermittlung
Lage: Ecklage, relative Lage in der Bodenrichtwertzone
Grundstücksgröße: relative Größe in der Bodenrichtwertzone
Geschossflächenzahl (GFZ)
Disclaimer
Für Vollständigkeit, Abweichungen, Änderung und Fehler übernehmen wir keine Haftung. Unser Report stellt keine Investment Empfehlung dar.