Eine Immobilie selbst oder mit Makler verkaufen?
Die klare Antwort ist: Es hängt von Ihren persönlichen Umständen, Zielen und der Zeit, die Sie investieren können, ab. Lassen Sie uns die wichtigsten Aspekte Schritt für Schritt durchgehen.
Ein Immobilienmakler kann den Verkaufsprozess beschleunigen und das Risiko eines nachträglichen Rechtsstreits verringern. Er kennt sich gut mit dem lokalen Markt aus, erstellt ein professionelles Exposé, organisiert Besichtigungen und führt Verhandlungen zwischen Käufer und Verkäufer. Er kümmert sich um Termine, die Kontaktaufnahme mit Käufern und die Abstimmung mit dem Notar und den Behörden. Das spart Ihnen sowohl Zeit als auch Nerven. Ein versierter Makler bewertet Ihre Immobilie realistisch, berücksichtigt die aktuellen Marktpreise und sorgt dafür, dass es keine Über- oder Unterbewertungen gibt. Wenn Sie keine Lust haben, am Wochenende Besichtigungen durchzuführen oder spontane Anfragen zu beantworten, kann ein Immobilienmakler eine große Erleichterung sein.
Die Kosten der Maklerprovision
Die Kosten werden oft als das größte Argument gegen einen Makler genannt. Die Provision des Maklers wird üblicherweise hälftig von Verkäufer und Käufer getragen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass der Käufer weniger als die Hälfte zahlt, was verhandelbar ist. Gesetzlich ist geregelt, dass der Käufer prozentual nicht mehr zahlen darf als der Verkäufer. Je nach Region variiert der Satz; in der Regel liegt er inklusive Mehrwertsteuer zwischen 3,0 und 7,14 Prozent des Kaufpreises. Oft kann die Provision verhandelt oder auf die Verkäuferseite aufgeteilt werden, was eine interne Provision bedeutet.
Stellen Sie die Kosten für die Maklerprovision dem möglichen Mehrertrag beim Verkauf mit Makler gegenüber. Gerade bei hochpreisigen Immobilien kann ein Immobilienmakler als Garant für eine sichere Transaktion einen höheren Verkaufspreis erzielen.
Vorteile des Privatverkaufs
Ein Privatverkauf hat klare Vorteile, wenn Sie den Verkaufsprozess selbst steuern möchten und die notwendige Zeit haben. Sie behalten die gesamte Marge, sind jedoch auch für jeden Schritt verantwortlich: Erstellung der Anzeige, Fotografien, Wertermittlung, Besichtigungen, Bonitätsprüfungen der Käufer, Verhandlungen, Preisabsprachen, Vertragsentwurf und letztlich die Begleitung zum Notar. Ohne Makler kann es jedoch juristisch riskanter werden. Selbst kleine Fehler in der Formulierung oder das Fehlen von Pflichtangaben im Exposé können zu Verwirrungen, Käuferabsagen oder rechtlichen Auseinandersetzungen führen.
Wichtige rechtliche und praktische Überlegungen gibt es, unabhängig davon, wie Sie verkaufen: Ein rechtlich einwandfreier Exposé-Text muss alle Pflichtangaben enthalten (Energieausweis, Baujahr, Größe, Grundriss, Zustand, Nebenkosten). Zudem sollten Sie eine seriöse Bonitätsprüfung der Interessierten durchführen und klare Vereinbarungen für Besichtigungen treffen. Auch eine zuverlässige Dokumentation aller Schritte ist essenziell. Ein Notar ist notwendig, der Vertrag bedarf einer notariellen Beurkundung. Ohne Notar kann keine Immobilie verkauft werden.
Prüfen Sie im Vorfeld die Unterlagen: Grundbuchauszug, Baulastenverzeichnis, Energieausweis, Grundrisse sowie Bauunterlagen, und informieren Sie sich über Lasten und Beschränkungen.
Wie treffen Sie nun Ihre Entscheidung?
Stellen Sie sich folgende Fragen: Haben Sie genug Zeit für Besichtigungen, Verhandlungen und Formalitäten? Besitzen Sie eine realistische Einschätzung des Marktwerts oder möchten Sie eine unabhängige Beurteilung? Wie hoch ist Ihr Anliegen, das Risiko zu minimieren, im Vergleich zur Kontrolle der Kosten? Wenn Sie Zeit sparen und eine professionelle Vermarktung mit größerer Reichweite sowie einen reibungslosen Ablauf möchten, könnte ein Makler von Vorteil sein. Sollten Sie gut verhandeln können, genügend Zeit haben und sich mit Rechtsfragen auskennen und außerdem Kosten sparen wollen, ist ein privater Verkauf evtl. die bessere Option für Sie.
Tendenziell empfehle ich: Je geringer der Wert einer Immobilie ist, desto eher kann man einen Privatverkauf in Betracht ziehen. Handelt es sich um eine Immobilie mit hohem Wert, empfiehlt es sich tendenziell eher, einen Makler zu beauftragen. Dies liegt an dem unterschiedlichen Klientel für hochpreisige Immobilien gegenüber Objekten mit geringerem Wert und der Tatsache das bei hohen Geldbeträgen tendenziell mehr Wert auf eine sichere Transaktion gelegt wird.
Mein Tipp: Fordern Sie Angebote von zwei bis drei lokalen Immobilienmaklern an und vergleichen Sie deren Leistungspakete, Provisionen, Referenzen und Vertragsklauseln. Lassen Sie sich ein detailliertes Gesamtkonzept vorlegen: Vermarktungsdauer, Reichweite, Rhythmus der Besichtigungen und notwendige Unterlagen. Danach haben Sie einen besseren Überblick ob der Verkauf mit Immobilienmakler oder der private Verkauf Ihrer Immobilie die bessere Option ist. Wie würden Sie vorgehen, um den besten Preis zu erzielen, ohne überflüssige Kosten zu verursachen?
